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Longieren mit Körper und Energiesprache - höher, schneller, weiter mit Pferden?


Ganz und Gar nicht! Viel mehr als das nteressiert mich das gute Gefühl und eine kraftvolle, stolze und selbstbewußte Bewegung im Einklang mit dem Pferd. Somit habe ich mich im vergangenen Winter intensiv mit der Frage beschäftigt: Wie KURZ darf eine Longeneinheit sein und wie WENIG häufig ist es erforderlich zu longieren, um einen maximal positiven Effekt auf die Gesundheit, Bewegungsfreude und psychische Entwicklung des Pferdes zu habe?


Einige Jahre habe ich fast vollständig darauf verzichtet meine eigenen Pferde zu arbeiten oder zu trainieren. Mich interessierte einfach alles zum Thema Pferdesprache und Verbindung. Also war ich damit voll und ganz beschäftigt die Pferdesprache zu studieren, mir das volle Vertrauen meiner Pferde zu erarbeiten, das Führen mit Energie- und Körpersprache von der Pike auf zu lernen, zu meditieren, Qigong zu üben und die Pferde in erster Linie Pferde sein lassen. Natürlich bin ich ab und an geritten, hab die Pferde frei oder an der Longe bewegt, wenn es nötig war, aber ich habe mich darin geübt übermäßigen Ehrgeiz abzulegen ein bestimmtes Zeil erreichen zu wollen. Ich bin ganz in die Verbindung eingetaucht und habe weniger die Techniken, mehr das Gefühl der beiden Körper, meinen Fokus und Präsenz beachtet. Ich hatte genug davon den Pferden meinen Willen aufzuzwängen und sie als Objekt zu betrachten, welches trainiert werden muss um meinen Idealen zu entsprechen."

 

Allerdings hat die Medaille bekanntermaßen immer zwei Seiten. Als Tierheilpraktikerin und osteopathischen Pferdetherapeutin weiß ich natürlich wie wichtig Bewegung und insbesondere gesundes Laufen in Balance für Pferde ist. Die Lieblingsbeschäftigung meiner Pferde ist aber nun einmal ESSEN und so meldete sich eine Stimme in mir, die mich fragte, ob es vielleicht nicht um Entweder- /Oder geht, sondern ein UND gibt:  Ich dachte mir, "Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit die du noch nicht kennst, um diese Kluft zu überwinden, und bei der das Pferd nicht nur körperlich, sondern auch mental profitiert." Ich hatte so viel über Körper und Energiesprache gelernt und probierte und experimentierte mit Hilfe meiner Schimmelstute Plume d´ange.

 

Endlich platzte der letzte Knoten und alles rutschte an seinen Platz. Tatsächlich! Es funktionierte. Ich konnte es kaum glauben. Mein Pferd, üblicherweise im Energiesparmodus hoch zehn, zirkelte frohlich, locker, flockig in guter Selbsthaltung, Biegung, Stellung und Rumpfrotation einige Runden um mich herum. Das motivierte mich bei dem Konzept zu bleiben und sie immer nur um wenige Runden zu bitten, mich zu freuen und dann eine Pause im Halten zu machen. Ich arbeitete primär im Trab und in unregelmäßigen Abständen von mehreren Tagen für jeweils höchstens 10 Minuten. Das Ergebnis dieses "Nicht-Trainings" siehst du auf dem Foto. Ich finde es hat eigentlich nicht viel zu tun mit dem Longieren, das ich bisher kannte. Es ist viel mehr wie Tanzen oder Karussell fahren und fühlt sich einfach gut an. Und das anscheinend nicht nur für mich. Ich war hoch erfreut, als ich sah, das Plume diese Selbsthaltung tatsächlich auch beim Freilauf beibehielt und sich ihr Selbstbewusstsein und ihre Ausstrahlung noch mal verbesserte.

 

Longieren oder Tanzen, egal wie wir es nennen, so darf sich Bewegung mit Pferden anfühlen! 


Auffordern zum Tanz


Ich schreibe dir hier meine Geschichte auf, weil ich dich motivieren möchte dir Wissen anzueignen, aber dieses immer mit deinem Gefühl in Einklang zu bringen und dann zu schauen, was dein Pferd dazu sagt und je nach Antwort dein Vorgehen immer wieder anzupassen. Wird es immer "triebiger" und schlechter gelaunt, fällt es auf die Vorhand etc. stimmt etwas nicht! Zeichen für eine gute Zusammenarbeit hingegen sind:

  • Dein Pferd kann sich in der Pause wirklich entspannen. Bestenfalls wackelt sogar die Unterlippe.

  • Dein Pferd ist aufmerksam, nimmt seine Umgebung wahr und trotzdem seid ihr in Verbindung.

  • Dein Pferd ist nicht auf der Flucht! Das klingt banal, aber viele Pferde sind so "Über die Uhr" longiert, dass sie es schnell hinter sich bringen wollen oder einfach in so schlechter Balance, dass sie dabei viel zu schnell werden und auf die innere Schulter fallen.


Was ist zu beachten, wenn ich mit Energie- und Körpersprache longieren möchte? 

  • Die Körperposition und Drehung ist die absolute Basis. Bewege dich als wärst du das Pferd und laufe einen kleinen Kreis in guter Selbsthaltung. Deine Füße kreuzen dabei nicht!

  • Unabdingbar ist, dass dein Pferd sich von dir bewegen lässt. Das bedeutet, dass es Impulse aus deiner Körpersprache, deinem Becken mit Bewegung beantwortet. Funktioniert das noch nicht, ist das Longieren noch nicht dran!

  • Deine Füße zeigen immer zur Hinterhand des Pferdes, dein Becken zur Gurtlage, dein Blick geht voraus und leitet das Pferd an. (Ja das ist anatomisch möglich, hihi)

  • Du treibst mit klarer Energie (ich empfehle eine Fahrpeitsche, auf keinen Fall eine Longierpeische) in Richtung Kruppe oberhalb des Hüfthöckers.

  • Sobald es sich gut anfühlt, spätestens nach 6-8 Runden machst du eine Pause.

 

Mein Tipp: Lerne Longieren mit Körper- und Energiesprache und "trainiere" die Kondition deines Pferdes im Gelände, nicht an der Longe. So wirst du zum Partner und nicht zum "Trainer" deines Pferdes und bekommst ein motiviertes und balanciertes Pferd!


Fokus, Verbindung und Energie


Viel Spaß beim Longieren mit Körper und Energiesprache, Deine Christina

 




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